Von der Romantik bis zur Moderne, von Edward Elgar bis Benjamin Britten reichte die musikalische Spannbreite, die von Thomas Honickel und seinen Ensembles aus der Bobbys Klassik-Abteilung des Beethoven Orchesters geboten wurde.
Wie ein roter Faden zogen sich Auszüge aus der "Ceremony of Carols" von Britten durch das Programm. Neutöner Britten bewegt sich hier auf dem gesicherten Boden der englisch-romantischen Tradition. Denn wie kaum ein anderes Volk versteht man es auf der britischen Insel bis heute den Graben zwischen alter und neuer Musik zugunsten eines singbaren und nicht zuletzt liturgietauglichen Stils zu überbrücken.
Der Bobbys Klassik-Chor machte seine Sache ausgezeichnet, nur in hohen Lagen gab es zuweilen Unsauberkeiten. Die anderen Stücke des Programms, Gustav Holsts Kantate "Christmas day", sowie zwei Stücke für Chor und Orchester von Edward Elgar und eine "Fantasia on Christmas Carols" von Ralph Vaughan Willliams gelangen unter Honickels umsichtiger Leitung "very british": schön schwelgerisch, romantisch-pastos und schmalzig im besten Sinne.
Das Beethoven Orchester spielte hier genauso überzeugend wie die Solisten und alle Mitwirkenden der Bobbys-Klassik-Ensembles agierten. Akzente setzte ferner Bernhard Hoecker als Erzähler, der weihnachtliche Geschichten mit sehr nachdenklich stimmendem Unterton vortrug.
